Was haben Kredite in Deutschland mit einer Stadt in der Schweiz zu tun?

Kurzfassung: Die Bonitätsprüfung bei Selbständigen wird "Rating" genannt.

Erläuterung: Es begann alles mit einem Zusammenbruch. Die Herstatt – Bank in Köln war eine große Privatbank, die mit ihren Kundengeldern spekulierte. Nach anfänglich hohen Gewinnen konnte die Bank später die Verluste nicht mehr ausgleichen und ging 1974 in Konkurs. Unter diesen Ereignissen trafen sich 1977 die Zentralbankpräsidenten der 10 größten Industriestaaten (G10).

Wo? In Basel! Grund für dieses Treffen war die tiefe Besorgnis, dass es vielen Banken so gehen könnte wie der Herstatt – Bank. Ziel war es, ein gesundes Verhältnis zwischen Eigenkapital und Risikokapital zu erreichen.

Basel I: 1992: Kreditinstitute müssen pauschal 8% ihrer Kreditpositionen zinslos bei der Deutschen Bundesbank als Sicherheit hinterlegen.

Basel II: 2007: Kreditinstitute müssen 8% ihrer Kreditpositionen zinslos bei der Deutschen Bundesbank als Sicherheit hinterlegen – aber erst nach Einschätzung der Ausfallwahrscheinlichkeit der Kredite durch das Kreditinstitut. Ergebnis für die Kreditinstitute: sichere Kredite = niedrige Hinterlegung, schwache Kredite = hohe Hinterlegung. Das „Rating“ war geboren! Ergebnis für die Kunden: gutes Rating = niedriger Kreditzins, schlechtes Rating = hoher Kreditzins.

Basel III: 2010: keine gravierenden Änderungen für kreditsuchende Unternehmen.

Basel IV: ??? z. Zt. keine Einigung zwischen Europa und den USA möglich

 

Wichtig: hierbei handelt es sich um eine stark vereinfachte Darstellung! Die Gesetzgebung „Basel“ ist ein sehr kompliziertes und für Kreditinstitute sehr aufwendiges Paket. Ich habe hier Wert auf die praktischen Auswirkungen für Unternehmen gelegt.